Menschen & Andere

highlights text Körperpraktiken, Körperrituale (wie das Schmücken mit
Federn, Farben, Piercings, Regeln der Essenszubereitung) sind nicht Gesten
der Abgrenzung zur Sphäre der Natur, sondern Medien der Kommunikation
mit Pflanzen, Tieren, Geistern und Dingen. Sie machen den Menschen zum
Menschen und gewährleisten gleichzeitig ein Kontinuum vom Menschlichen
zum Anderen (Nicht-Menschlichen). Dies korrespondiert, so Viveiros de Castro,
mit anderen als in der Tradition der Aufklärung stehenden Vorstellungen
von Handlungsfähigkeit, Vergemeinschaftung und Politik. An diesem Punkt
schließt sich nun Félix Guattaris Idee einer animistisch/maschinischen Subjektivität
mit einer ‹politischen Ökologie› kurz, wie sie in den letzten Jahren u. a.
von Bruno Latour und Isabelle Stengers entwickelt worden ist.

Erstens gibt es einen Hinweis auf den Stand der Diskussion zur Dezentrierung
des (bürgerlichen, voluntaristischen, männlichen, weißen) Subjekts, eine Denkbewegung,
die seit den 60er Jahren nicht unwesentlich von der Kultur- und Medientheorie
mit angestoßen wurde.

Zweitens erscheinen in einem animistischen Modell Kulturtechniken
und Medien in einem anderen Licht: Es ist ein
Gegenentwurf zu jedem technikevolutionären Denken, in
dem der Mensch allmählich und als Resultat einer materiellen
Ausdifferenzierung aus dem Reich der organischen Wesen
auftaucht, gewissermaßen am Ende der Affenkette mit
aufrechtem Gang, größerem Gehirn, Sprache und Werkzeugen.
Evolutionistische Theorien der Medien begreifen Medientechnologien
als Fortsetzung der Evolution mit anderen
Mitteln (gleichgültig, ob sie die biologisch mangelhafte Ausstattung
des Menschen zur Grundlage nehmen, seine ‹Frühgeburtlichkeit›
oder das Freiwerden der Hände durch den aufrechten Gang). Ein
animistisch/maschinischer Ansatz in der Betrachtung von Kulturtechniken und
Medien rückt diese hingegen in ein Kontinuum der Weltgestaltung ein. Techniken
können prinzipiell auch von Nicht-Menschen entwickelt werden.

Durch automatisches Prozessieren und Rechnen wurde das, was
einmal Denken, Bewusstsein und ‹Geist› war, zunehmend fraglich. – Cibernética e antropologia.

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muita cousa
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